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Was ich mit Kim Kardashian und Cara Delevigne gemeinsam habe

12. April 2017

Ja, die letzten Wochen ist es hier auf meinem Blog sehr ruhig geworden.

Nach einer für mich persönlich nicht ganz leichten und beruflich teilweise sehr fordernden Zeit bekam ich Ende Februar eine sehr unangenehme Bronchitis. Ich habe mir nicht wirklich die Zeit genommen, diese auszukurieren, sondern habe einfach versucht, weiter zu funktionieren. Als vielseitig interessierter Mensch war ich zu dem Zeitpunkt an einigen coolen Projekten neben meinem Hauptberuf dran und dann war da auch noch mein Studium. Irgendwann ging es mir aber zum Glück wieder besser, allerdings kam dann mein mehr oder weniger treuer Begleiter seit knapp 11 Jahren wieder an meine Seite: die Psoriasis.

Was ist das?

Ich versuche es mal mit meinen eigenen Worten zu erklären, so wie es auch damals mein Hautarzt gemacht hat: eine nicht-ansteckende, angeborene Störung des Immunsystems. In über 90% der Fällen ist nur die Haut betroffen. Diese „denkt“ dass an einer Stelle eine Verletzung ist und kurbelt von daher die Zellerneuerung hoch. Das kann unterschiedlich aussehen: von einzelnen, kleinen, roten Punkten bis hin zu silbrigen, großen Flächen tritt sie meist Schubweise auf, zum Beispiel nach einer Erkrankung oder nach stressigen Phasen. Im Winter, wenn die Haut häufig schon sehr trocken und gereizt ist, man nicht viel an der Sonne ist und der Körper generell schon wenig Vitamin D produzieren kann, ist es besonders wahrscheinlich. Menschen mit Psoriasis leiden häufiger an chronischen Krankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen, Übergewicht und Depressionen. Bei einigen Betroffenen liegt auch eine Gelenkentzündung vor. Schätzungsweise haben 2-3% der Österreicher diese Krankheit. Mein Arzt meinte damals, dass sie häufig nach hormonellen Umstellungen wie zum Beispiel zu Beginn der Pubertät oder der Wechseljahre diagnostiziert wird.
Nicht jeder, der generell genetisch dazu veranlagt wäre, die Krankheit zu haben, bekommt diese auch: Meine Großeltern, Eltern und Geschwister haben keine Probleme, mein Onkel und ich allerdings schon.
Die Krankheit ist nicht heilbar, allerdings therapierbar.

Meine Geschichte

Den ersten Schub erlebte ich im Winter als ich 12 oder 13 war. Ich war zu dem Zeitpunkt eine sehr ehrgeizige Schülerin und wurde nach dem Stress des Semester-Endes krank. Kurz danach bekam ich am ganzen Körper kleine rote Punkte, die mein Arzt nicht zuordnen konnte. Ich hatte sonst keine Beschwerden. Nach einigen Arztbesuchen und einer für mich persönlich nicht ganz einfachen Zeit (ich bin ein kleiner Hypochonder und nicht zu wissen, was ich habe, macht mich verrückt!) bekam ich dann die Diagnose.
Mein Arzt versuchte zunächst eine Therapie ohne Kortison, die allerdings überhaupt nicht anschlug. Irgendwann verschrieb er mir dann ein Mittel, welches mir bis zuletzt eigentlich ganz gut half: Diavobet. Danach hatte ich 2 oder 3 Jahre ruhe. In Hamburg, wo es generell ziemlich dunkel im Winter ist und ich immer Nachts hinter Tresen stand, ging es wieder los. Das Medikament, dass mir mein Hautarzt dort verschrieb zeigte aber auch kaum bis gar keine Wirkung, weswegen ich meinem Wiener Arzt hinterher telefonierte, um rauszufinden, wie das Mittel von damals hieß.
Seit dem bekam ich eigentlich fast jeden Winter mehr oder weniger schlimme Schübe. Als ich meinen Ex-Freund kennen lernte, hatte ich meinen bis dahin schlimmsten Fall und konnte es kaum glauben, dass mich dieser Mensch überhaupt ansah. Da mir tatsächlich nichts mehr half und sich mein psychischer Zustand immer mehr verschlechterte, meine Haut durch die ganzen Medikamente immer dünner wurde und zu blauen Flecken von den geringsten Berührungen neigte, begann ich eine PUVA-Therapie. Die zeigte nach einigen Wochen eine deutliche Verbesserung, war allerdings sehr mühsam, weil man 3-4 mal die Woche zum Hautarzt muss. Derzeit mache ich das wieder, bisher allerdings mit wenig Erfolg.

Und warum schreibe ich jetzt darüber?

Ich habe mich immer durchschnittlich wohl in meiner Haut gefühlt. Das kann ich inzwischen leider nicht mehr von mir behaupten, und ich merke, wie sich das auf mein allgemeines Wohlbefinden auswirkt.
Mein ganzer Körper, vor allem meine Arme und Beine, sind mit kleinen Punkten übersäht und durch die Einnahme von Kortison nimmt man einfach zu. Zwar tut das ganze körperlich nicht weh und juckt auch nicht, im Kopf allerdings sehr. Ein paar Freunde meinten zwar, dass es ihnen jetzt nicht aufgefallen wäre, wenn ich nichts gesagt hätte, wenn allerdings mal jemand fragt (und ich verstehe ja auch, dass man fragt, immerhin könnte ich auch mit Windpocken oder so rumlaufen), knabbert das sehr am Selbstwertgefühl. Und wenn man trotz Sommer, der ja unweigerlich kommt, dank der Medikamente weit von seiner Figur entfernt ist, macht das ganze um keinen Deut besser.
Mir fällt es derzeit einfach sehr schwer, die Motivation für viele alltäglichen Dinge zu finden. Mein Spiegel schafft es regelmäßig, aus einem guten Morgen einen – entschuldigt den Ausdruck – wirklich beschissenen Tag zu machen. Und ich wüsste auch nicht, was mir helfen würde, das zu ändern, bis meine Therapie mal wieder anschlägt.

Also habt alle ein bisschen Geduld mit mir und drückt hin und wieder ein Auge zu! Es liegt nicht an euch, es liegt an mir und da kann mir auch keiner außer ich selbst wirklich helfen. Und vielleicht gibt es ja bald eine Möglichkeit, die Krankheit ganz zu besiegen. Ein paar Narben werden bleiben, aber vielleicht werden sie ja bei meinem nächsten Urlaub wieder besser werden:

Endlich angekommen - erstmal ausruhen

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